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Was ist Strom-Arbitrage mit Batteriespeichern?

Strom hat nicht zu jeder Stunde denselben Wert. Ein Batteriespeicher kann diese zeitlichen Preisunterschiede nutzen – wenn die Rechnung nach Verlusten und Alterung aufgeht.

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Strom hat nicht zu jeder Stunde denselben Wert

Elektrische Energie wird an den Strommärkten nicht rund um die Uhr zum gleichen Preis gehandelt. Angebot und Nachfrage verändern sich ständig. Hohe Stromerzeugung und geringe Nachfrage können Preise drücken. Steigt die Nachfrage oder steht weniger Erzeugung zur Verfügung, können Preise höher liegen.

Ein Batteriespeicher kann zeitliche Preisunterschiede nutzen. Dieses Prinzip wird Strom-Arbitrage genannt.

Das Prinzip

Die Grundidee ist einfach: Strom zu einem niedrigeren Preis einkaufen → speichern → später zu einem höheren Preis vermarkten.

Angenommen, ein Speicher kann während günstiger Stunden Energie zu 50 €/MWh beziehen. Einige Stunden später liegt der Marktpreis bei 130 €/MWh. Der theoretische Preisunterschied beträgt 80 €/MWh.

Ausdrücklich nur ein vereinfachtes Rechenbeispiel. Diese 80 €/MWh sind kein Gewinnversprechen und kein prognostizierter realer Erlös.

Warum der Spread allein nicht genügt

Eine Batterie besitzt keinen Wirkungsgrad von 100 Prozent. Beim Laden und Entladen entstehen Verluste. Darüber hinaus verursacht ihre Nutzung wirtschaftliche Kosten. Deshalb muss die Preisoptimierung unter anderem berücksichtigen:

  • Einkaufspreis,
  • Verkaufspreis,
  • Lade- und Entladeverluste,
  • Batteriedegradation,
  • Handels- und Vermarktungskosten,
  • mögliche Netzkosten und regulatorische Belastungen,
  • technische Betriebsgrenzen.

Erst danach zeigt sich, ob ein Handelszyklus wirtschaftlich sinnvoll sein kann.

Day-Ahead und Intraday

Für Batteriespeicher sind insbesondere unterschiedliche Kurzfristmärkte relevant.

Day-Ahead-Markt

Hier werden Strommengen im Voraus für den folgenden Tag gehandelt. Auf Basis erwarteter Preise kann eine Betriebsstrategie für den Speicher geplant werden.

Intraday-Markt

Je näher der tatsächliche Lieferzeitpunkt rückt, desto mehr Informationen über Verbrauch, Wind, Photovoltaik und Anlagenverfügbarkeit liegen vor. Dadurch können sich neue Preisbewegungen ergeben. Ein schnell steuerbarer Batteriespeicher kann entsprechend auf veränderte Marktsignale reagieren.

Ein Speicher sollte nicht jedem kleinen Preisunterschied folgen

Jeder Lade- und Entladevorgang beansprucht das Batteriesystem. Eine intelligente Betriebsstrategie benötigt deshalb wirtschaftliche Schwellenwerte. Ein Zyklus sollte nur dann durchgeführt werden, wenn sein erwarteter wirtschaftlicher Nutzen die damit verbundenen Verluste und Kosten rechtfertigt.

Moderne Optimierungssysteme berücksichtigen deshalb nicht nur Strompreise, sondern auch technische Restriktionen, Ladezustand und Alterung.

Arbitrage und erneuerbare Energien

Mit zunehmender wetterabhängiger Stromerzeugung können Zeiträume mit sehr unterschiedlicher Stromverfügbarkeit entstehen. Ein Speicher kann Energie aus Zeiträumen mit hohem Angebot in Zeiträume verschieben, in denen Strom knapper beziehungsweise höher bewertet wird. Diese zeitliche Entkopplung gehört zu den zentralen Funktionen eines Batteriespeichers.

Reicht Arbitrage allein für einen guten Business Case?

Nicht zwingend. Das hängt unter anderem ab von:

  • Investitionskosten,
  • Speichercharakteristik,
  • Marktpreisen,
  • Volatilität,
  • Wirkungsgrad,
  • Alterung,
  • Vermarktungskosten,
  • erzielbaren Spreads.

Bei größeren Speichern kann es deshalb sinnvoll sein, zusätzlich weitere Märkte zu berücksichtigen – beispielsweise Regelreserve im Rahmen eines Stand-alone-Geschäftsmodells.

Die wirtschaftlich beste Nutzung verfügbarer Leistung und Kapazität kann sich über die Zeit verändern. Welche Faktoren dabei zusammenspielen, zeigt der Beitrag zur Wirtschaftlichkeit.

Fazit

Strom-Arbitrage bedeutet nicht einfach billig kaufen und teuer verkaufen.

Professionelle Speichervermarktung bedeutet: nur dann laden und entladen, wenn der erwartete Preisunterschied nach Verlusten, Alterung und weiteren Kosten einen ausreichenden wirtschaftlichen Mehrwert erwarten lässt.

Damit wird aus einer Batterie ein aktiv optimiertes Flexibilitätsasset.

Quellen & weiterführende Informationen

Hinweis: Die dargestellten Inhalte dienen der allgemeinen Information. Wirtschaftlichkeit, regulatorische Anforderungen und Vermarktungsmöglichkeiten hängen vom konkreten Projekt, Standort und jeweils geltenden Rahmenbedingungen ab.

Speicherprojekt fundiert bewerten

Ob Peak Shaving, PV-Optimierung, Ladeinfrastruktur oder Großspeicher: Entscheidend sind Standort, Lastprofil, Netzanschluss und Betriebsstrategie. Sunrise Sales betrachtet diese Faktoren gemeinsam und entwickelt daraus ein passendes Speicherkonzept.